Mantrailing für Hunde – Detektive auf vier Pfoten

Share on facebook
Share on pinterest
Share on twitter
Share on whatsapp
Share on facebook
Share on pinterest
Share on twitter
Share on whatsapp

Hunde haben nicht nur eine deutlich bessere Nase als wir Menschen, sondern sind zudem auch dazu in der Lage räumlich zu riechen. Damit dein Hund seine erstaunlichen Fähigkeiten voll ausleben kann und artgerecht ausgelastet wird, empfiehlt sich das Mantrailing. Dabei handelt es sich um eine Hundesportart aus den Vereinigten Staaten, bei der die Hunde der individuellen Duftspur einer Person folgen, um diese aufzuspüren. Was es mit dem Mantrailing auf sich hat und worauf du achten musst, wenn du vorhast mit Mantrailing anzufangen erfährst du in diesem Artikel.

Was ist Mantrailing für Hunde?

Mantrailing ist eine Hundesportart, die ihren Ursprung in der Arbeit von Hunden bei den Rettungsdiensten hat.

Die Hunde, die sogenannten Mantrailer, werden so trainiert, dass sie dazu in der Lage sind, verschwundene Personen aufzuspüren.

Dabei konzentrieren sich die Hunde auf eine individuelle Duftspur und folgen dieser zum Teil über eine Entfernung von mehreren Kilometern, ohne sich von anderen Gerüchen ablenken zu lassen.

Professionelle Mantrailer können eine Spur auch nach mehreren Tagen identifizieren und verfolgen. Das funktioniert auch auf schwierigen Untergründen wie beispielsweise Beton oder Asphalt. Es gibt sogar das Gerücht, dass gut ausgebildete Mantrailer der Duftspur folgen können, wenn die vermisste Person in einem Auto unterwegs ist. Viele Profi-Mantrailer halten dies jedoch für einen Mythos.

Mantrailing ist eine artgerechte Auslastung für Hunde und erfreut sich als Hundesportart auch bei Privatpersonen immer größerer Beliebtheit.

Schon gewusst? Da Hunde mit ihrer feinen Nase nicht nur Menschen, sondern auch Tiere aufspüren können, gibt es inzwischen auch spezielle Pettrailer, die sich auf die Suche nach entlaufenen Haustieren wie Katzen und Hunde spezialisieren.

Was ist der Unterschied zwischen Mantrailing, Fährtensuche und Flächensuche?

SuchartBeschreibung
Mantrailing Suche nach einer bestimmten Person anhand einer Geruchsprobe. Der Hund bleibt während der Suche an der Leine und führt den Hundeführer.
Flächensuche Suche nach irgendeinem menschlichen Geruch. Der Hund trägt dabei keine Leine.
Fährtensuche Suche nach Bodenverletzungen.

Welche Hunderasse ist für Mantrailing geeignet?

Mantrailing ist überwiegend für Jagdhunderassen eine sinnvolle Beschäftigung.

Als perfekte Hunde zum Mantrailing gelten die aus den USA stammenden Bloodhounds, welche bis heute als ausgezeichnete Suchhunde gelten und sowohl von Einsatzkräften als auch Jägern gerne eingesetzt werden.

Grundsätzlich haben aber alle Hunde eine wirklich gute Nase, weshalb sich so ziemlich jeder Hund als Mantrailer ausbilden lässt. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Junghund oder einen Hundesenior handelt.

Auch ob dein Vierbeiner ein Jagd-, Hüte- oder Schweißhund ist, ist zunächst unerheblich.

Wesentlich wichtiger sind ein enges Verhältnis zwischen Hund und Halter sowie ein ausgeprägter Arbeitswille. Außerdem sollte dein Hund Freude am Schnüffeln und Suchen haben.

Doch auch hier gibt es Unterschiede. Die einen können sich genau auf einen Geruch konzentrieren und sind währenddessen in ihrer Welt. Andere schnüffeln nicht wirklich viel und zeigen nur selten Interesse an Gerüchen.

Es kommt also weniger auf die Rasse als auf eine gewisse Veranlagung sowie das richtige Training an.

Warum Mantrailing: Die Vorteile für dich und deinen Hund

Ein entscheidender Vorteil des Mantrailings ist, dass sich die Hundesportart auch für ältere Hunde oder Hunde mit einem Handicap eignet. Denn während Hunden bei anderen Hundesportarten körperlich einiges abverlangt wird, geht es insbesondere beim privaten Mantrailing in erster Linie um die Nasenarbeit.

Doch nicht nur weniger leistungsfähige Hunde profitieren vom Mantrailing. Auch wenn dein Liebling eher ängstlich oder unsicher ist, lässt sich durch das Erfolgserlebnis beim Mantrailing das Selbstvertrauen stärken. Außerdem nimmt die Konzentrationsfähigkeit zu, was sich besonders bei Vierbeinern auszahlen kann, die äußerst impulsiv und triebgesteuert sind.

Nicht zuletzt schweißt das gemeinsame Training Hund und Halter zusammen. Schon nach den ersten Trainingseinheiten wirst du feststellen, dass du deinen Hund deutlich besser lesen kannst.

Wie lange dauert die Mantrailer Ausbildung?

Bis dein Hund ein einsatzfähiger Mantrailer ist, können 2 bis 3 Jahre vergehen. Während der Abschlussprüfung muss der Hund einer 24 Stunden alten Duftspur über eine Distanz von 2,5 km folgen.

Was kostet Mantrailing?

Möchtest du mit deinem Hund das Mantrailing ausprobieren und dabei die Erfahrung einer Hundeschule oder eines Hundesportvereins in Anspruch nehmen, kannst du mit durchschnittlich 20 bis 35 Euro pro Trainingseinheit rechnen.

Zusätzlich musst du noch die Kosten für die Ausrüstung mit einrechnen, die variieren kann, je nachdem was du bereits Zuhause hast.

Das richtige Zubehör zum Mantrailing

Um perfekt auf die ersten Mantrailing-Einheiten vorbereitet zu sein, solltest du zunächst das geeignete Zubehör für dich und deinen Vierbeiner besorgen.

Folgende Ausrüstung darf nicht fehlen, wenn du mit dem Mantrailen anfangen möchtest:

Wetterfeste Kleidung

Da man beim Mantrailen keine Rücksicht auf das Wetter nimmt, solltest du dich entsprechend anziehen. Deine Ausgehkleidung kannst du beim Mantrailing getrost zuhause lassen. Empfehlenswert sind wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk, mit dem du notfalls auch durch Schlamm und Morast laufen können.

Rucksack

Ein Rucksack ist für nahezu jede Hundesportart empfehlenswert. So kannst du ausreichend frisches Wasser für deinen Hund sowie Leckerlis mitnehmen. Auch ein Erste Hilfe Set, etwas Proviant für dich als Halter sowie eine Decke passen perfekt in den Rucksack.

Geschirr oder Halsband?

Ganz besonders wichtig ist, dass du deinem Hund für das Mantrailen ein passendes Brustgeschirr (sog. Suchgeschirr) kaufst. Da dein Hund beim Mantrailing bestimmt wo es langgeht, sollte sich der Zug der Leine gleichmäßig auf den Körper und nicht nur auf den Hals verteilen. Idealerweise unterscheidet sich das Suchgeschirr vom Alltagsgeschirr, damit dein Hund erkennt, wann er „arbeiten“ muss.

Schleppleine

Damit dein Liebling beim Mantrailing ausreichend Bewegungsfreiheit hat, benötigst du zusätzlich zum Geschirr eine ausreichend lange Schleppleine von circa 5 bis 10 Meter. Die Schleppleine sollte leicht sein und keine Ringe zum Einstellen der Länge besitzen. Diese können sich insbesondere in der Suche im Wald in Ästen und Gestrüpp verheddern. Als Material eignen ich insbesondere Leder und Biothane.

Wie mit dem Mantrailing anfangen

Wenn du mit Mantrailing beginnen und herausfinden willst, ob dein Hund Spaß an der Sache hat, kannst du dich an eine Hundeschule oder einen Hundesportverein wenden, um an einer Schnupperstunde unter professioneller Anleitung teilzunehmen. Alternativ kannst du die ersten Schritte allerdings auch zuhause gehen.

Dabei kommt es am Anfang darauf an, dass du deinem Hund zeigst worum es geht, also was du von ihm verlangst.

Mantrailing – Erste Schritte:

  1. Die Person, die es später zu suchen gilt, wischt sich mit einem Taschentuch die Hände ab und wirft das Tuch anschließend in eine verschließbare Plastiktüte.
  2. Etabliere einen ritualisierten Start. Hierzu ziehst du deinem Vierbeiner sein Brustgeschirr an und schnappst dir die Schleppleine. Durch den immer gleichen Ablauf vor dem Training wird dein Hund schon nach wenigen Wiederholungen wissen, dass es gleich losgeht.
  3. Stelle deinem Hund die zu suchende Person vor. Hierzu genügt es, wenn diese deinen Hund kurz anspricht, streichelt und eventuell ein Leckerli gibt.
  4. Nun wird der Hund – ohne daran zu riechen – auf die noch verschlossene Tüte aufmerksam gemacht.
  5. Die Suchperson entfernt sich jetzt einige Meter vom Hund, bleibt aber in sichtbarer Nähe.
  6. Gehe nun mit deinem Hund zur Tüte und gib ihm das Startsignal.
  7. Da der Hund schon zuvor von der Suchperson entsprechend animiert wurde, wird er sich aller Wahrscheinlichkeit nach von allein auf den Weg zu dieser machen, um sich ein weiteres Leckerli abzuholen.
  8. Wiederhole diese Übung einige Male bis dein Hund verstanden hat, was du von ihm möchtest.

Sobald dein Hund verstanden hat, worum es beim Maintrailing geht, kannst du die Übung steigern, indem du zum Beispiel im Wald mit ihm trainierst.

Schwierigkeit erhöhen: Mantrailing für Fortgeschrittene

Wer es im späteren Verlauf noch schwieriger gestalten möchte, der kann den Schwierigkeitsgrad erhöhen. Beispielsweise klettert die gesuchte Person nun auf einen Baum oder versteckt sich unter einer Kiste. Geeignet sind leere und große Regentonnen oder Planen.

Vergrößere mit der Zeit auch den Abstand zwischen dem Startpunkt und dem Versteck der Person, sodass ihr auch ein paar Minuten unterwegs sein müsst bevor ihr sie findet. Wichtig ist jedoch, dass der Hund sich so lange konzentrieren kann. Vergiss nicht, dass Hunde erst lernen müssen, sich auf Kommando und über einen längeren Zeitraum auf eine Sache zu konzentrieren.

Auch wenn das Suchspiel sehr viel Spaß macht und der Hund dabei immer ein Erfolgserlebnis hat, so solltest du seine Freude daran nicht ausreizen. Jeder Hund verliert das Interesse an einer Sache, wenn man es übertreibt und zu oft und zu viel fordert.

Ebenso tabu ist das Ausschimpfen bei einer misslungenen Suche. Kehrt der Hund nach wenigen Minuten wieder zu dir zurück, ohne die Person gefunden zu haben, solltest du auf keinen Fall schimpfen. Er würde es nicht verstehen. Gehe in diesem Fall gemeinsam mit ihm auf die Suche und zeig ihm zwischendrin noch einmal die Geruchsprobe.

Wichtig: Du und dein Hund sollen Spaß an der Sache haben!

Signale beim Mantrailing – Startsignal, Anzeige und Negativanzeige

Ein passendes Startsignal dient dazu deinem Hund zu signalisieren, dass die Sucharbeit losgeht. Hierfür solltest du dir ein Kommando überlegen, das in eurem Alltag sonst keine Verwendung findet. Am besten eignen sich hierfür Begriffe aus anderen Sprachen, zum Beispiel „search“ („suchen“)  aus dem Englischen oder „vamos“ („Auf geht’s!“) aus dem Spanischen.

War der Hund bei der Suche erfolgreich, muss er seinem Hundeführer die gefundene Person anzeigen. Vielen Hunden wird beispielsweise beigebracht bei einem Fund zu bellen und die Hundeführer so auf sich aufmerksam zu machen. Andere Hunde setzen oder legen sich hin, um den Fund anzuzeigen.

Möchtest du, dass dein Hund einen Fund durch Bellen anzeigt, kannst du hierfür das Kommando „Gib Laut“ zunächst gesondert vom Mantrailing trainieren. Sobald er es beherrscht, kannst du jede erfolgreiche Suche mit dem Kommando beenden. Dein Hund wird schnell lernen, dass er bellen soll, wenn die Person gefunden wurde.

Nicht immer verläuft eine Suche erfolgreich, denn. Damit keine kostbare Zeit verloren wird, muss ein Hund seinem Hundeführer anzeigen können, dass er die Spur verloren hat (sog. Negativanzeige). Hier ist es wichtig, dass vor allem du lernst deinen Hund genau zu lesen. Meist signalisiert der Hund die verlorene Spur durch fragende Blicke oder ein Verharren. Aber auch ein kreisförmiges Suchen kann ein Zeichen dafür sein, dass er nicht weiter weiß.  

Wie oft sollte man Mantrailing trainieren?

Wenn du deinen Hund zu einem Mantrailer ausbilden willst, musst du dazu bereit sein, mindestens 2 mal wöchentlich mit deinem Hund zu trainieren. Dabei kommt es auf gegenseitiges Vertrauen und Respekt sowie Geduld und Durchhaltevermögen an.

Alternativen zum Mantrailing

Wenn dir oder deinem Hund Mantrailing nicht zusagt, bedeutet dies nicht, dass du keinen anderen Hundesport finden kannst, der zu euch passt.

Folgende Hundesportarten könnt ihr ebenfalls probieren: