Leinenführigkeit beim Hund trainieren – So klappt es!

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Mit dem Hund entspannt spazieren zu gehen ist der Traum eines jeden Hundebesitzers. Nicht selten gestaltet sich dies jedoch gar nicht so einfach, spätestens dann, wenn es mit der Leinenführigkeit einfach nicht klappen will. Statt brav neben dir herzutrotten, zieht dein Hund dich durch die Gegend, bleibt einfach stur stehen oder beißt verspielt in die Leine. Aus einem gemütlichen Gassigang kann so schnell ein Problem werden.

Was ist Leinenführigkeit und warum ist sie wichtig?

Grundsätzlich beherrscht dein Hund die Leinenführigkeit, sobald dieser ganz ohne Druck und Ziehen an der lockeren Leine mit dir mitläuft, entweder neben, vor oder hinter dir.

Seine Aufmerksamkeit ist bei dir und er reagiert ohne Gegenzwang auf deine Richtungswechsel, wartet geduldig, wenn du stehen bleibst und fordert nichts von dir.

Frau führt drei Cavalier King Charles Spaniel und drei Pudel gleichzeitig Gassi
Möchtest du deinen Hund von einem professionellen Gassigänger betreuen lassen, solltest du dafür sorgen, dass dein Vierbeiner bereits leinenführig ist.

Nicht zu verwechseln ist die Leinenführigkeit des Hundes allerdings mit dem Kommando „Bei Fuß“.

Leinenführigkeit bedeutet, dass der Hund entspannt neben dir läuft, während das „Bei-Fuß“-Kommando zum Ziel hat, dass der Hund mit und ohne Leine konsequent und exakt am rechten oder linken Bein des Halters bleibt.

Eine gute Leinenführigkeit ist ein wichtiger Aspekt in der Erziehung deines Hundes, dennoch scheint sie heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr zu sein. Folgende Probleme treten am häufigsten an der Leine auf:

Bei Welpen und kleinen Hunden mögen diese Probleme noch einigermaßen gut zu bewältigen sein, aber wenn ein großer Schweizer Sennenhund oder ein anderer großer Hund plötzlich durchzieht, hört der Spaß auf und Verletzungen sind vorprogrammiert.

Es geht also nicht nur darum, möglichst entspannte Runden drehen zu können, sondern es ist eine Frage der Sicherheit. Hunde, die nicht leinenführig sind, können sowohl sich als auch ihr Umfeld in Gefahr bringen, wenn sie dir die Leine aus der Hand reißen und unkontrolliert auf die Straße rennen, oder fremde Hunde bedrängen, die über die Hundebegegnung vielleicht nicht so erfreut sind.

Schließlich ist auch die Rücksicht auf deine Mitmenschen, die vielleicht Angst vor Hunden haben oder diese einfach nicht mögen, ein entscheidender Grund für eine gute Leinenführigkeit.

Leinenführigkeit ist also nicht nur für dich, sondern auch für deinen Hund und deine Mitmenschen eine wichtige Sache. Aber warum funktioniert das mit der Leinenführigkeit oft nicht?

Schäferhund läuft neben Hundetrainer bei Fuß
Leinenführigkeit und das „Bei Fuß“-Kommando werden häufig synonym verwendet. Die Leinenführigkeit stellt jedoch ein entspanntes an der Leine gehen dar, bei der dein Hund auch mal vor oder hinter dir laufen darf.

Lerne deinen Hund zu verstehen

Die Kommunikation zwischen Mensch und Tier ist sehr häufig von Fehlern und vor allem von Missverständnissen geprägt, die sich auch in der Leinenführigkeit widerspiegeln.

Wenn dein Hund an der Leine zieht oder an der Leine aggressiv auf andere Hunde reagiert, tut er dies nicht, weil ihm das besonders gut gefällt. Er kann aus verschiedenen Gründen so reagieren, zum Beispiel aus Unsicherheit, weil er es nicht anders gelernt hat, oder weil die Rangordnung zwischen euch nicht richtig geklärt ist.

Die Gedanken deines Hundes sehen womöglich so aus:

  • Du tust alles, was ich möchte. Du bleibst stehen und wartest bis ich zu Ende geschnüffelt habe. Du wirst schneller, wenn ich es tue und folgst mir sowieso überall hin.
  • Wenn andere Hunde auf uns zu kommen, dann muss ich noch viel stärker ziehen, immerhin muss ich dich beschützten. Du hängst ja schließlich an der Leine und bist total hilflos. 
  • Deine Aufgabe ist es, den Karabiner zu öffnen, wenn wir am Ziel sind, meine ist es, dich dahin zu bringen.
  • Je kräftiger ich ziehe, desto schneller kommen wir ans Ziel.

Damit dein Hund dir folgt, muss er in dir das Leittier erkennen. Die gesamte Erziehung, also nicht nur die Leinenführigkeit, basiert auf Vertrauen, gesundem Respekt und der Richtigstellung in Sachen Führung.

Sind grundlegende Fragen nicht vollständig geklärt, wird dein Hund in allen Bereichen die Führung für dich übernehmen. Du musst ihm die nötige Sicherheit geben, dass du fähig bist auf ihn aufzupassen, ansonsten wird er selbst die Rolle des Beschützers übernehmen.

Spaniel an Flexileine im Wald
Flexileinen sind bei vielen Hundehaltern sehr beliebt. Diese eignen sich jedoch nur bedingt, um die Leinenführigkeit zu trainieren. Da der Hund bei dieser Leine immer ziehen muss, lernt er nicht, was es heißt, an der lockeren Leine zu laufen.

Ab wann Leinenführigkeit lernen? Das richtige Alter

Idealerweise baut der Hund bereits im Welpenalter eine positive Verbindung zu Halsband und Leine auf.

Um die Leinenführigkeit deines Hundes zu trainieren, sollte diese Basis vorher gelegt werden. Dein Hund wird nämlich nie verstehen, dass du die Leine verwendest, weil es gesetzlich vorgeschrieben ist.

Du musst ihm also andere Gründe liefern, weswegen die Leine eine angenehme Sache ist, auf die man sich freuen kann. Diese Grundlage schafft die beste Voraussetzung für die spätere Leinenführigkeit.

Aber auch bei erwachsenen Hunden ist ein späterer Aufbau der Leinenführigkeit noch möglich. Bei ehemaligen Straßenhunden aus dem Tierschutz wird es zum Beispiel etwas länger dauern, weil sie nicht mehr ganz so leicht formbar sind wie Junghunde und alles von Grund auf lernen müssen. Aber es ist dennoch möglich und sollte auf jeden Fall auch trainiert werden.

Leinenführigkeit trainieren durch positive Verstärkung

 „Druck erzeugt Gegendruck.“ – Sicherlich hast du diesen Leitsatz schon einmal gehört. Um diesen Kreislauf zu unterbrechen, muss irgendjemand diesen Druck herausnehmen und eine andere Grundlage für die Kommunikation schaffen.

In der Hundeerziehung ist es deine Aufgabe, den Druck rauszunehmen und stattdessen mit positiver Verstärkung zu arbeiten. Kein Druck, kein Zwang, bestenfalls von Anfang an.

Eine positive Verknüpfung zur Leinenführigkeit schaffst du mit schönen Erlebnissen, mit Leckereien und viel Lob. Gerade zu Beginn des Trainings ist es wichtig, dass du die Leine selbst extrem toll findest. Denn nur mit ihr geht es hinaus auf die Wiese, nur wenn die Leine dran ist gibt es das Lieblingsleckerli und nur mit Leine ist die Welt schön.

Um möglichst effektiv die Leinenführigkeit zu trainieren, solltest Du außerdem auf dich selbst achten. Ein lockeres Herrchen oder Frauchen gibt Sicherheit, nimmt Nervosität und strahlt Ruhe aus. Liebevoll, aber vor allem konsequent, kann es dann ans eigentliche Training gehen.

Wähle hierfür idealerweise zunächst eine möglichst ruhige Gegend mit wenig Ablenkung. Anfangs kannst du daher die Leinenführigkeit in der Wohnung üben, um Kindern, anderen Hunden, Joggern und ähnliches aus dem Weg zu gehen.

Die richtigen Hilfsmittel

Um deinen Hund leinenführig zu machen, kannst du dich verschiedener Tricks und Hilfsmittel bedienen.

Halsband oder Geschirr?

Die Leinenführigkeit von Hunden lässt sich mit Halsband oder Brustgeschirr trainieren. Viele Hundebesitzer nutzen das Halsband und das Geschirr in unterschiedlichen Situationen, damit der Hund lernt, wann welches Verhalten von ihm erwartet wird.

Das Halsband wird häufig zu Trainingszwecken verwendet, wo eine gewisse Disziplin von ihm erwartet wird. Am Hundegeschirr wiederum bekommt der Hund mehr Freiheiten. So darf er zum Beispiel auch mal schnüffelnd an einer Stelle stehen bleiben und den Spaziergang generell entspannter angehen.

Sowohl Halsbänder als auch Brustgeschirre können Vor- und Nachteile mit sich bringen. Wichtig ist, dass dein Hund lernt in beiden Fällen entspannt und ohne Ziehen an der Leine zu laufen.

Welche Leine für die Leinenführigkeit

Für das Training eignet sich am besten die klassische „Führleinen-Länge“ von etwa 1,5 Metern. Gut geeignet sind Retrieverleinen mit Zugstopp. Bei sehr kleinen Hunden oder Welpen solltest du außerdem eine möglichst leichte Leine wählen.

Da der Hund das Laufen an der kurzen Leine lernen soll, eignen sich lange Leinen wie die Flexileine oder Schleppleine eher weniger für das Training. Sie sollten wenn, dann erst im späteren Stadium des Trainings eingesetzt werden.

Hilfsmittel für Fortgeschrittene

Weitere Hilfsmittel beim Training der Leinenführigkeit können ein Halti oder der Clicker sein. Erziehungshalsbänder, wie Stachelhalsbänder, gehören in die Hände von Profis und sollten wenn, dann nur unter Anleitung verwendet werden.

Leinenführigkeit bei Welpen: Von Anfang an stressfrei die Welt erkunden

Der Gassigang mit einem Welpen kann für den Außenstehenden ein durchaus lustiges Schauspiel sein: Der süße Fratz will die Welt kennenlernen, findet alles und jeden interessant und möchte am liebsten überall gleichzeitig sein.

Die Leinenführigkeit sollte daher am besten so früh wie möglich trainiert werden. Es ist keineswegs so, dass der Kleine automatisch leinenführig wird, „sobald der Hund älter und ruhiger wird“. Als Halter solltest du also sowohl dir als auch deinem Vierbeiner den Gefallen tun, schon früh mit der Leinenführigkeit zu beginnen.

Nachdem du den Hund zuhause an Halsband und Leine gewöhnt und eine möglichst ruhige Gegend ausgesucht hast, kann das Training losgehen. Dazu hältst du die Leine locker in der Hand. Dein Fokus liegt darauf, dass die Leine nicht auf Spannung gerät, indem dein Hund zieht.

Richtungswechsel und Stop and Go

Dein Welpe wird nun lossprinten, um die ersten tollen Gerüche näher zu studieren.

Sobald die Leine nicht mehr durchhängt, sondern etwa zu drei Vierteln auf Spannung ist, durchkreuzt du diesen Plan jedoch mit einem unvorhergesehenen Richtungswechsel.

Dein Hund läuft daraufhin in die Leine, fragt sich was nun los ist und ist gezwungen dir zu folgen.

Für einen anfangs sicherlich noch kurzen Moment wird er ruhig bei dir laufen. Doch bald schon wird der nächste Duft sein Interesse wecken. Sobald sich die Leine strafft, drehst du erneut einfach um und zwingst ihn so, dir zu folgen. Eine andere Methode ist auch das sogenannte Stop and Go, bei dem du einfach jedes Mal stehen bleibst, wenn der Hund an der Leine zieht. So gehst du ab sofort ausnahmslos vor.

Unter Ablenkung üben

Läuft der Hund nach ein paar Tagen ohne gespannte Leine, heißt es die Leinenführigkeit unter Ablenkungen und in fremder Umgebung zu üben! Auch wenn ihr draußen interessanten Dingen wie Radfahrern, Artgenossen oder Kindern begegnet, muss dein Hund stressfrei und ohne Ziehen an der Leine laufen. Im nächsten Schritt konfrontierst du deinen Hund daher mit derartigen Ablenkungen mit dem Ziel, dass er auch in solchen Situationen bei dir bleibt und sich so nicht in möglicherweise sogar gefährliche Momente manövriert.

Relativ schnell wird dein Hund verstehen, dass er sein heißbegehrtes Ziel niemals erreichen wird, wenn er durch das Ziehen darauf besteht. Ist die Leine jedoch locker, erreicht er den interessanten Geruch. Auch wenn diese Vorgehensweise anfangs relativ anstrengend für dich als Halter sein kann, werden sich schon in Kürze entsprechende Erfolge einstellen, denn gerade im Welpenalter lernt dein Hund sehr schnell.

Frau übt Leinenführigkeit mit zwei Hunden
Gerade für Mehrhundebesitzer ist es wichtig, dass ihre Hunde die Leinenführigkeit gut beherrschen. Zwei Chaoten am Ende der Leine sind schließlich noch schwerer zu bändigen als einer.

Wie trainiert man die Leinenführigkeit beim erwachsenen Hund?

Um den erwachsenen Hund leinenführig zu machen und das Ziehen an der Leine abzugewöhnen, gehst du im Prinzip genauso vor wie beim Welpen. Wahrscheinlich hat dein Hund nie gelernt, entspannt an der Leine zu gehen. Doch es ist nicht zu spät und sichert nicht nur dir als Halter einen ruhigen und schmerzfreien Gassigang, sondern auch deinem Hund.

Folgende Tipps gelten sowohl für Junghunde als auch ältere Tiere:

Tipp 1: Aufmerksamkeit ist wichtig

Um die Leinenführigkeit beim Hund zu trainieren, ist Aufmerksamkeit ein wichtiger Punkt. Für deinen Hund wartet vor der Haustür ein Abenteuer nach dem anderen. Da kann man schon mal kurzzeitig vergessen, dass du als sein Besitzer eigentlich der Mittelpunkt seiner Welt bist.

Fordere daher stets die Aufmerksamkeit deines Hundes. Sprich ihn an, lobe ihn und streichle ihn, wenn er gut mitmacht. Selbstverständlich soll er sich auch umsehen und seine Umgebung erkunden – jedoch nach deinen Spielregeln und ohne vollkommen zu ignorieren, dass am Ende der Leine sein Mensch ist.

Tipp 2: Halte das Training kurz

Die Konzentrationsfähigkeit eines Hundes, besonders eines Welpen, ist relativ überschaubar.

Doch wer sich nicht konzentriert, kann nichts lernen und reagiert falsch.

Achte also darauf, dass du das Training nur so lange durchführst, wie sich dein Vierbeiner konzentriert.

Das kann anfangs kurze Runden bedeuten, dafür gegebenenfalls öfter am Tag.

Mit der Zeit werden die Spaziergänge mit integriertem Training jedoch automatisch länger und bald wird das anständig an der Leine Laufen für deinen Hund eine Selbstverständlichkeit.

Tipp 3: Konsequent bleiben

Die Leinenführigkeit zu lernen bedeutet vor allem anfangs dranzubleiben. Es nützt nichts, alle paar Tage ein bisschen zu üben. Vielmehr muss dieses Training in jeden einzelnen Gassigang integriert werden. Auch wenn das anfangs lästig sein kann, zahlt es sich schnell aus. Zumal dein Hund kaum verstehen würde, warum er heute an der Leine zerren darf, morgen jedoch plötzlich nicht mehr.

Auf diese Weise kannst du die Leinenführigkeit üben und in den Alltag integrieren. Zieht dein Hund an der Leine, ist das weder für ihn, noch für dich entspannt. Es lohnt sich daher, die Leinenführigkeit zu trainieren und für stressfreie Spaziergänge zu sorgen.

Zum Schluss empfehlen wir dir noch nachfolgendes Video zum Thema Leinenführigkeit. Es erklärt nochmal schön die einzelnen Punkte, auf die es bei dem Leinenführigkeitstraining ankommt.

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Fazit

Bis der Hund die Leinenführigkeit beherrscht ist es ein langer Weg. Es gibt Hunde, die ihre Verhaltensmuster erst nach mehreren Wochen Training ablegen. Wieder andere verstehen nach nur wenigen Tagen was gewünscht ist. Da die Leine für deinen Hund eine völlig andere Bedeutung hat als für dich, ist die Basis eines jeden Trainings, einer jeden Übung, daher immer der Vertrauensaufbau. Je früher du beginnst deinen Hund leinenführig zu machen, desto schneller wird er begreifen, wofür die Leinenführigkeit gut ist – für beide Seiten.