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Leinenaggression bei Hunden verstehen und beheben

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Ähnlich wie bei Menschen kann auch dein Hund gestresst sein, was er im Alltag durch (für uns) „seltsames“ Verhalten ausdrückt. Knurren, starke Unruhe oder Leinenaggression gelten als deutliche Anzeichen, dass irgendwas in Schieflage geraten ist. Aber wie kann man unerwünschtes Verhalten beheben? Wie lässt sich eine Leinenaggression korrigieren? Wir klären auf, damit du und dein Vierbeiner bald wieder entspannt Gassi gehen könnt.
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Was ist Leinenaggression bei Hunden?

Dein Hund verhält sich an der Leine wie der Terminator? Das ist für beide Parteien eine Herausforderung, die es zu meistern gilt. Viele Hundehalter befürworten eine eher lässige Erziehung ihres Vierbeiners und nehmen es mit der Leinenführigkeit nicht so genau. Ein aggressives Verhalten während des Spazierganges ist jedoch nicht lange hinnehmbar. Na gut, dein Hund muss vielleicht nicht auf Kommando eine Rolle rückwärts vorführen, aber ein gesundes und ausgeglichenes Leinen-Verhalten ist unabdingbar. 

Schwarz-weißer Hund der bellt wird von Frau an der Leine zurückgehalten

Nicht selten, dass Hunde an der Leine, gegen andere Hunde aufgebracht reagieren. Sie zerren, reißen und bellen was das Zeug hält. Rüde auf Rüde ist oftmals schwierig, während unterschiedliche Geschlechter eher ruhiger bleiben oder gar nichts passiert.

Die Fixierung durch die Laufleine selbst ist ein Einflussfaktor, da ein Hund weder flüchten noch sich verstecken kann. Selbst, wenn er erstarrt stehen bleibt, zerrt Herrchen oder Frauchen ihn weiter. Meist sollen die Tiere mehr oder minder eng aneinander vorbeigehen, wodurch das Stressereignis fast vorprogrammiert ist.

Wie entsteht Leinenaggression?

Auch ist Leinenaggression gegenüber Menschen möglich, ob zu Fuß unterwegs, joggend, oder auf dem Fahrrad. Krankheit, Frustration, Jagdinstinkt, Angst oder Spieltrieb können eine auslösende Rolle spielen.

Eine territoriale Leinenaggression kommt häufig vor, indem der Hund seinen Besitz verteidigen möchte. Während viele Tiere lediglich auf ihrem Grund und Boden pöbeln, nehmen andere dieses Gebaren auch auf die Gassi Runde mit.

Wenn eine Krankheit und daraus resultierende Schmerzen vorliegen, kann sich ein Hund unsicher fühlen. Diese Unsicherheit entlädt sich dann als Aggression. Auch hormonelle Schwankungen (Leinenaggression nach Kastration oder Leinenaggression in der Pubertät) können Leinenaggression verstärken.

Pure Angst ist ein weiterer Grund für Angriffslustigkeit während des Spaziergangs. Vielleicht hast du deinen Hund aus zweiter Hand und er hat unschöne Dinge erlebt. Es gibt viele Gründe Ängste zu entwickeln, daher musst du mit einem solchen Tier besonders behutsam sein. Vermeide zu nahe Begegnungen, bevor du nicht mehr weißt und stärke die Situation mit Hilfe professioneller Hundetrainer.

Stress an der Leine vermeiden – Welpen erziehen

Idealerweise wird schon ein kleiner Hund, also ein Welpe, richtig erzogen, damit erst gar kein Leinenrüpel entsteht. Mit Leckerchen beginnt das Training der Gegenkonditionierung. Es bedarf Übung und Ausdauer, macht später aber alles einfacher. Der Hund hört auf Kommando und kümmert sich in erster Linie um seinen Menschen, nicht um andere Hunde.

Basset Hound und Boston Terrier an der Leine beschnüffeln sich inmitten einer Menschenmenge
Leinenaggression bei Hundebegegnungen sind ein großer Stressfaktor für Mensch und Tier. Umso wichtiger ist es, sich rechtzeitig mit diesem Problem zu befassen, damit entspannte Begegnungen möglich sind.

Leinenaggression – Was hilft wirklich?

Maßnahmen wie ein Maulkorb bei Leinenaggression, ein strammer Geschirrgriff oder den Hund einfach auf den Arm nehmen sollten eher hinten anstehen. Es hilft nicht das Symptom (das giftige Verhalten) einfach zu unterbinden, schon gar nicht mit Gegenaggression. Wir empfehlen die Ursachenbekämpfung!

Oft wollen wir alles, sofort und zu schnell. Je nach Individuum funktioniert die Verhaltensänderung aber nicht im Nu, sondern bedarf Übung und vieler Zwischenschritte. Ist dein Hund körperlich gesund und gehört nicht zu den ängstlichen Tieren, empfehlen wir „die üblichen“ Stressquellen zu ermitteln. Zu den bekannten Stressauslösern gehören beispielsweise:

  • Zu wenig Auslauf
  • Bindungsprobleme (zu wenig Zeit für den Hund)
  • Starker Geräuschpegel daheim (durch Kinder, ständigen Besuch etc.)
  • Unterforderung (wenig spielen etc.)

Reines schimpfen oder der Leinenruck reichen als Maßnahmen nicht aus, um das Verhalten des Hundes positiv zu verändern. Im Gegenteil. Ändere dein Verhalten, um das deiner Fellnase zu verbessern. Gestalte den Alltag bunter, indem du Spielzeit, aber auch Kuschelzeit einräumst.

Fordere dein Tier artgerecht, zum Beispiel durch Agility-Training, einfaches Ballspiel, ausreichend Freilauf und sorge für regelmäßigen Kontakt mit dem Lieblingshund. Finde einen Spielpartner und nehme dir bewusst Zeit für deinen Liebling. 

3 Trainingstipps gegen Leinenaggression

Doch was tun, wenn es zur Konfrontation mit anderen Hunden kommt? Folgende Tipps können dir bei der Leinenaggression deines Hundes helfen:

Tipp 1: Raum schaffen

Bei frontaler Begegnung mit einem Artgenossen ausreichend Platz zwischen die Parteien bringen. Indem du einen weiten, großzügigen Bogen um den anderen Hund ziehst, nimmst du automatisch den Stress raus. Es „darauf ankommen zu lassen“ ist wenig nützlich und bringt alle in eine missliche Lage.

Tipp 2: Spielerische Ablenkung

Ein Suchspiel oder der Lieblingsball sind hilfreich, die Aufmerksamkeit umzulenken. Hunderassen wie Labradore, aber auch andere spielfreudige Vierbeiner können gar nicht anders und werden das schlaue Ablenkungsmanöver gerne annehmen.

Das einzig schwierige an der Sache: Keinesfalls darfst du unerwünschtes Verhalten mit Ball oder Leckerchen belohnen. Achte auf das korrekte Timing, indem du vorausschauend Gassi gehst. Behalte die Umwelt gut im Auge, wenn dein Freund derart aggressiv auf andere reagiert. Nur so ist es dir möglich, rechtzeitig mit der Ablenkung zu beginnen. Hat sich dein Hund erst auf den anderen eingeschossen, ist es oft schwierig das Szenario gütlich zu beenden.

Tipp 3: Alternative anbieten

Indem du deinem Vierbeiner ein anderes Verhalten anbietest, kannst du den Stress aus der Situation nehmen. Gemeint ist eine spezielle Aufforderung, beispielsweise „Sitz“ oder „Platz“. Das Tier konzentriert sich dadurch im Idealfall besonders auf dich und ist somit ebenfalls erfolgreich abgelenkt bzw. beschäftigt.

Eine konkrete und allgemein taugliche „Therapie“ gegen Aggressionen an der Leine gibt es leider nicht. Ein eigener, individueller Plan muss gestrickt werden, am besten nach ausgiebiger Beobachtung des Hundeverhaltens. Solltest du dich extrem eingeschränkt fühlen und Ängste entwickeln, empfehlen wir die Inanspruchnahme eines Hundetrainers.

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Entspannt spazieren gehen mit großen Hunden

Wenn du selbst bereits Angst vor jedem Spaziergang hast, helfen ein paar Notfalllösungen während der Trainingsphase. Ein Halti gegen Leinenaggression wird über dem Kopf getragen und sichert die Situation, da das Tier weniger stark ziehen wird.

Halter großer Hunderassen haben es besonders schwer, wenn der Hund mit aller Kraft zerrt und erhalten dadurch (erst einmal) mehr Sicherheit. Bereits das Anlegen des Spezialgeschirrs bedarf etwas Geübtheit, weshalb wir im Zweifel einen temporär hinzugezogenen Hundetrainer empfehlen. Da lohnen sich schon wenige Stunden!

Fazit – glücklicher Hund – gewünschtes Verhalten

Gewöhne dir an, einen Futterbeutel bei Leinenaggressivität mitzuführen. Solltest du deinen Hund nicht schon als Welpen trainiert haben, kannst du durch sein Lieblingsleckeri auch jetzt noch einiges erreichen. Verfressene Rassen wie der Labrador werden an dir kleben und euer Spaziergang wird entspannter verlaufen. Nimm dir die Zeit, die es braucht, um den gewünschten Effekt zu erhalten. Der Erfolg macht euch beide glücklich und hält ewig an.

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