Fellpflege bei Hunden: Tipps für jedes Hundefell

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Fellpflege ist ein Thema, das die meisten Hundebesitzer beschäftigt. Anders als beim Wolf, dem Ahnen unserer Haushunde, sind die heutigen Hunderassen bei der Fellpflege meist auf menschliche Unterstützung angewiesen. Je nach Rasse und Fellbeschaffenheit kann dabei die Pflege deines Hundes mehr oder weniger aufwändig sein.

Fell als Gesundheitsindikator

Hierbei geht es nicht allein um die Ästhetik der Vierbeiner, sondern durchaus auch um dessen Gesundheit. Das Fell schützt deinen Hund nicht nur vor Kälte, sondern auch vor Wärme, Nässe und Sonneneinstrahlung. Zudem dient das Fell als unterstützendes  Kommunikationsmittel mit Artgenossen. Schönes und glänzendes Fell ist ein Zeichen dafür, dass es deinem Hund gut geht.

Sollte dein Hund trotz ausreichender Fellpflege struppiges und stumpfes Fell oder sogar Haarausfall haben, solltest du ihn beim Tierarzt vorstellen, um eventuelle gesundheitliche Probleme auszuschließen.

Aufbau und Funktion des Hundefells

Deckhaar

Dieses schützt den Vierbeiner vor den UV-Strahlen (Sonnenbrand, Hautkrebs und Schutz der Kapillaren), vor Schmutz, Regen und Schnee. Gesundes Deckhaar ist glänzend und Schmutz und Wasser abweisend. 

Unterwolle

Die Unterwolle ist für den Temperaturausgleich zuständig und reguliert die Körpertemperatur direkt an der Haut des Hundes. Dabei ist sie ein Schutz gegen sommerliche Hitze und winterliche Kälte. Diese temperaturregulierenden Aufgaben kann diese aber nur erfüllen, wenn sie lebt und nicht verschmutzt und verfilzt ist. Deshalb muss die tote Unterwolle entfernt werden.

Verschiedene Fellarten und ihre Bedürfnisse

Die verschiedenen Fellarten haben unterschiedliche Pflege nötig. Faktoren sind hier sowohl die Art des Fellwechsels, sowie die Struktur des Fells.

Professionelle Hundefriseure verfügen über die notwendige Erfahrung und das entsprechende Werkzeug, um dir bei der Fellpflege mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Denn die unterschiedlichen Fellstrukturen benötigen mitunter relativ aufwändige und spezielle Pflege.

Stockhaar: Meist reicht regelmäßiges Bürsten

Das sogenannte Stockhaar gilt als die Urform des typischen Hunde- beziehungsweise Wolfsfells. Dabei handelt es sich um eine aus zwei Schichten bestehende Fellstruktur – der feinen und sehr dichten Unterwolle und des meist robusteren und in der Regel längeren Deckhaares.

Klassischerweise stößt der Hund in den wärmeren Monaten die Unterwolle ab, um ein leichteres Sommerfell zu erhalten. Zu den Wintermonaten bildet sich die Unterwollschicht nach, sodass den Hund in der kalten Jahreszeit ein dickeres Fell wärmt. Die Deckhaare werden ebenso, jedoch nach und nach über das gesamte Jahr, ausgewechselt.

Das Stockhaar findet sich bei vielen unterschiedlichen und sowohl bei kurzhaarigen als auch langhaarigen Hunderassen. Klassische Rassen mit langem Stockhaar sind beispielsweise der Deutsche Schäferhund oder der Collie. Der Labrador Retriever zählt zu den kurzhaarigen Vertretern dieser Fellstruktur.

Stockhaarige Rassen solltest du regelmäßig bürsten, um abgelöstes Fell zügig zu entfernen. Eine echte Notwendigkeit zum radikalen Scheren besteht in der Regel nicht. Leichtes Beschneiden des Fells durch einen erfahrenen Hundefriseur steht jedoch bei vielen Hunden der langhaarigen Rassen auf dem Pflegeplan.

Glatthaar: Bei regelmäßigem Bürsten eher pflegeleicht

Rassen wie etwa der Boxer oder Beagle verfügen über eine klassische Glatthaar-Struktur. Hierbei besitzen die Hunde keine dicke Unterwollschicht. Dieses Fell besteht aus tendenziell kurzen und stabilen Deckhaaren. Der Haarwechsel findet bei diesen Rassen über das ganze Jahr hinweg statt.

Das regelmäßige Bürsten solltest Du auch bei diesen Rassen nicht vergessen, um den Fellwechsel zu unterstützen, auch wenn das Fell an sich zu den pflegeleichtesten Varianten zählt.

Unterschiedliche Ansprüche: Langhaar mit und ohne Unterwolle

Langhaarige Rassen haben kämpfen nicht selten mit verfilztem und verknotetem Fell. Juckreiz und wundgekratzte Stellen sind keine Seltenheit, wenn der Mensch nicht helfend eingreift, um eine gewisse Ordnung und Hygiene im Fell zu wahren.

Bei den Langhaarhunden unterscheidet man zwischen Rassen mit Unterwolle und ohne. Rassen wie etwa der Spaniel oder Setter besitzen kaum Unterwolle und wechseln ihre Fellpracht im sogenannten „Mosaikwechsel“. Hierbei wird das gesamte Jahr über Stück für Stück das gesamte Fell ausgewechselt. Rassen mit viel Unterwolle, wie etwa der Bobtail, benötigen deutlich mehr menschliche Unterstützung bei der Pflege, um Verfilzungen und Knoten vorzubeugen.

Durch regelmäßiges Waschen mit speziellem, für Tiere geeignetem, Shampoo, kannst du dein Tier dabei unterstützen, überschüssiges Fell loszuwerden und die Haut zu pflegen. Prinzipiell gilt jedoch auch hier, dass zu intensives und häufiges Waschen nicht notwendig ist, sondern der Fokus hauptsächlich auf dem regelmäßigen Bürsten und Striegeln liegen sollte.

Wellhaar: Die Lockenköpfe unter den Hunden

Hunde mit Wellhaar haben ein leicht bis stark gewelltes Fell. Es ist umstritten, ob Hunde wie Pudel, Wasserhund und Doodle ausschließlich Unterwolle oder aber Deckhaar besitzen. Wellhaarhunde erleben jedoch keinen Fellwechsel und sind daher als Hunde für Allergiker geeignet. Da ihr Fell nicht ausfällt, muss es jedoch regelmäßig geschnitten oder geschoren werden.

Rauhaar und Drahthaar bei Dackel & Co.

Rassen wie Schnauzer, Rauhaardackel und viele Terrierarten verfügen über sogenanntes Rauhaar oder Drahthaar. Bei diesen Rassen ist der Pflegeaufwand etwas größer, da die losen Haare nicht von selbst aus dem Fell fallen, sondern mit etwas Übung und dem richtigen Werkzeug regelmäßig aus dem Fell gezupft oder gebürstet werden müssen.

Dieses Trimmen kann selbst bei einem geübten Hundefriseur durchaus zwei oder drei Stunden in Anspruch nehmen. Bei rauhaarigen Hunden wechselt das Fell zudem das gesamte Jahr über, sodass eine regelmäßige Pflege unerlässlich ist und zum Alltag gehören sollte.

Viele rauhaarige Rassen haben zudem mit starkem Fellwuchs im Gesicht zu kämpfen, worin sich nicht nur Futterreste sammeln, sondern im schlimmsten Fall auch Ungeziefer wohlfühlt.

Hunde mit Trimmfell sollten nicht geschoren werden, da sonst die Fellfarbe verblasst und das Fell weicher nachwächst.

Filzhaar: Professionelle Unterstützung für gesundes Fell

Eine sehr dichte und lange Unterwolle findet sich beim Filzhaar. Durch diese dicke Unterwolle kommt es schnell zum Verfilzen des Fells. Hier macht es Sinn, die Unterstützung erfahrener Hundefriseure zur Pflege in Anspruch zu nehmen, da diese Fellart dazu neigt, stark zu verfilzen. Die abgelöste Unterwolle bleibt im Deckhaar hängen und es bilden sich verfilzte Strähnen einige Zentimeter über der Haut.

Ein Pluspunkt: Rassen wie etwa der Kommondor, die über Filzhaar verfügen, haben nur selten durch den Fellwechsel ausgelöste Hautprobleme. Das Fell dieser Rassen wird meist regelmäßig professionell geschnitten, da die verfilzten Haarsträhnen ansonsten immer länger werden.

Das tägliche Bürsten und Kämmen ist nicht nur ein Teil der Pflege, sondern fördert auch die Verbindung zwischen dem Besitzer und seinem vierbeinigen Liebling. Nebenbei kann nachgeschaut werden, ob der Hund Parasiten, Hautkrankheiten oder Verletzungen hat. Beim Kämmen werden nicht nur lose Haare, sondern auch Staubpartikel, die dem Fell anhaften, entfernt. Beim Kauf eines Kammes sollte darauf geachtet werden, dass keine scharfen Kanten zu spüren und die Abstände zwischen den Zinken nicht zu klein sind.

Hunde baden

Hunde baden ja oder nein? Diese Frage beschäftigt viele Hundehalter und führt auch meist zu sehr unterschiedlichen Antworten. Den Hund zu baden, ist nur selten von Bedarf und sollte nach Möglichkeit nicht zu häufig erfolgen. Für die unterschiedlichen Fellarten werden spezielle Hundeshampoos angeboten.

Gesundes Fell durch ausgewogene Ernährung

Da der Hund nur das frisst, was Herrchen und Frauchen bieten, muss letztlich auch auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung geachtet werden. Die ausreichende Versorgung mit Eiweißen, Vitaminen, Mineralstoffen und Fettsäuen beeinflusst die Fellbeschaffenheit des Hundes positiv.