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Mein Hund hört nicht (mehr) – Was kann ich tun?

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Wer kennt das nicht: Der Hund hört nicht oder nur, wenn er gerade Lust oder nichts Besseres zu tun hat. Solch ein Verhalten kann durchaus auch zu gefährlichen und unangenehmen Situationen führen. Wir verraten dir, woran es liegen kann, dass dein Hund nicht auf dich hört und was du dagegen tun kannst.
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Der Hund hört nicht – aber warum?

Wenn der Hund nicht hört, machst du dir berechtigterweise Gedanken um die möglichen Ursachen. Nichts scheint zu helfen, du hast ihn ausgeschimpft oder ihn ignoriert, um ihm klar zu machen, dass er nur dann Aufmerksamkeit bekommt, wenn er dir folgt. Du zweifelst vielleicht an der Intelligenz deines Hundes oder den Trainingsmethoden. Oder hat dein Hund einfach keinen Respekt vor dir?

Eines kann an dieser Stelle gesagt werden: Probleme zwischen Hund und Besitzer werden häufig auf die falschen Ursachen zurückgeführt und selten auf das eigentliche Problem. Die grundlegende Lösung für das Problem, dass dein Hund nicht hört, ist auch die Lösung für andere Probleme in der Mensch-Hund-Beziehung. Und eigentlich ist sie ganz einfach. Und ganz sicher: Dein Hund ist nicht dumm, er versteht dich genau und nur selten ist Schwerhörigkeit beim Hund die Ursache für so ein Verhalten.

Viele Hunde kennen die antrainierten Kommandos und wissen sehr wohl was gemeint ist. Wenn der Hund auf gewisse Kommandos nicht reagiert, liegt es sehr häufig am Besitzer.

Vom Leitwolf und seinem Gefolge

Vielleicht konntest du schon einmal ein Rudel mit mehreren Hunden oder eine Mutter mit ihren Welpen beobachten. Du wirst erkennen, dass sich die Anführer oder Mütter nie unnötig aggressiv verhalten und die Untergebenen bestrafen. Sie zeigen diesen mit kleinen Gesten, dass weglaufen oder nicht hören einfach nicht drin ist.

Warum aber ist das bei den Tieren so einfach? Ganz einfach! Die untergebenen Rudelmitglieder oder Welpen vertrauen den Leittieren.

Das hat an dieser Stelle weniger mit Respekt und Angst zu tun, sondern mit Vertrauen. Hunde, die ihren Leittieren vertrauen, respektieren auch Entscheidungen und hinterfragen diese nicht.

Ruft eine Hündin ihre Welpen, so wissen diese, dass dies zu ihrem Schutz oder zu einem anderen für sie positiven Zweck zu tun ist.

Dein Hund hört nicht, weil du kein Leittier bist

Diese Aussage mag nun zunächst ein wenig hart klingen, aber dein Hund hört nicht, weil du in eurem Zweierrudel keine Führungsperson darstellst. Und es kommt sogar noch ein wenig heftiger, denn dein Hund hört nicht, weil ER die Leit- und Führungsrolle übernommen hat. Er sieht dich nicht als fähige und kompetente Leitperson und traut dir nicht zu für seine Sicherheit zu sorgen. Dein Hund hinterfragt somit automatisch alle Kommandos und entscheidet sich dann gegebenenfalls für oder gegen sie. Wirst du zum Leittier deines Hundes, wird sich das Problem schnell in Luft auflösen.

Bei einigen Hunden kann dieses Phänomen sehr deutlich werden, nämlich dann, wenn der Hund in der Wohnung auf dich hört, draußen im Freien aber nicht. Dieses Verhalten zeigt dir, dass dein Hund nicht zu doof ist, um die Kommandos zu verstehen. Vielmehr hat dein Hund dir die Führungs- und Beschützerrolle zwar in der Wohnung übertragen, im Freien jedoch traut er dir das einfach nicht zu.

Wenn der Hund nicht hört: Wie werde ich zum Leittier?

Der Hund hört nicht, weil du kein geeignetes Leittier bist und aus diesem Grund solltest du dringend zu einem solchen werden. Viele Hunde hören nicht, weil sie nicht wollen, sondern weil du in ihren Augen nicht fähig für eine angemessene Führung bist. Das musst du ändern! Die gute Nachricht: Dein Hund weiß, was du von ihm möchtest. Jetzt musst du ihn nur noch dazu bringen, das auch zu wollen.

Einige Besitzer berichten davon, dass der Hund nicht hört, weder in der Wohnung, noch viel weniger im Freien. Dann besteht ein sehr tiefgreifendes Vertrauensproblem, welches du in den eigenen vier Wänden als erstes angehen solltest. Beginne mit dem Training also in der Wohnung, bestenfalls mit einer zweiten Person.

Trainingsanleitung

Person A nimmt den Hund an die Leine und geht in einen anderen Raum als du. Rufe den Hund mit einem klaren Kommando, beispielsweise „Hier“ oder „Komm“. (Bleib bei diesem!). Möchte der Hund zu dir laufen, lässt die Hilfsperson den Hund los. Loben nicht vergessen!

Steigere diese Übung, indem du mehrere Räume verwendest. Später kannst du diese Übung auch alleine durchführen, indem du den Hund auf seinen Platz schickst, aus dem Raum gehst und von dort aus rufst. Integriere das Kommando in deinen Alltag und rufe ihn willkürlich immer mal wieder.

Draußen nimmst du den Hund zunächst an die kurze Leine. Geht wie gewohnt spazieren. Nenne immer wieder das Kommando. Schaut dein Hund zu dir hoch oder rückt näher, lobe ihn.

Erschweren kannst du diese Übung, indem du mit einer Schleppleine spazieren gehst. Der Radius vergrößert sich und der Hund hat ein bisschen mehr Ablenkung um sich herum. Rufe ihn, hört der Hund nicht, ziehe ihn sanft zu dir. Funktioniert diese Übung noch nicht, so verkürzt du seinen Radius.

Letzte Übung: Lasse den Hund frei laufen, allerdings nur dann, wenn alle anderen Übungen reibungslos funktionieren – und zwar immer! Hört der Hund nicht, gehst du innerhalb der Übungen so oft einen Schritt zurück, bis diese perfekt funktionieren.

Mangelndes Vertrauen ist oft der Grund, weshalb der Hund nicht mehr hört

Vertrauensstärkende Übungen müssen jedoch nicht immer mit strengen disziplinarischen Methoden durchgeführt werden. Es gibt auch zahlreiche andere Ursachen, weswegen der Hund nicht hört und das Vertrauen verloren gegangen oder gar nicht erst aufgebaut worden ist. Dies ist häufig bei Tierheimhunden oder Tieren aus dem Ausland zu beobachten, welche oft mit einem traumatisierenden Erlebnis in neue Familien kommen. Der Hund folgt nicht, weil er Angst hat und lieber selbst für seine Sicherheit sorgen möchte.

Reagiert der Hund beispielsweise aggressiv auf Kinder und der Hund hört nicht auf deine Kommandos, so musst du in diesem Bereich das Vertrauen aufbauen. Auch hier müssen grundlegende und entschärfende Kommandos eingeführt werden, die dem Hund signalisieren, dass die Situation von dir unter Kontrolle ist. Beispielsweise kann ein beruhigendes „Fein“ oder „Alles gut“ Wunder wirken. Hier gestaltet sich das Training jedoch etwas langwieriger und schwieriger, denn natürlich kann bei einem aggressiven Verhalten kein Kind als Übungsobjekt genutzt werden.

Der Schlüsselfaktor für einen Hund der nicht hört liegt jedoch meist beim Thema Vertrauen. Egal in welchen Situationen der Hund nicht hört, du musst dementsprechend oft diese Situationen in Kombination mit Abruf Kommandos trainieren.

Hund hört nicht, wenn andere Hunde dabei sind

Viele Hunde hören nicht sobald sie mit anderen Hunden in Kontakt sind. Bei den meisten geht dann der Spieltrieb durch und wieder andere fühlen sich im Rudel sehr wohl. Heißt im Klartext: Der Hund braucht dich als Mensch gerade nicht.

Trainiere die eingeübten Kommandos jedoch auch dann, wenn der Hund gerade mit anderen am Spielen ist. Du musst jederzeit in der Lage sein, den Spielvorgang zu unterbrechen. Du entscheidest, wann er spielen darf und wann nicht. Hunde die sich bei ihren Besitzern wohl und sicher fühlen und diesen als Rudelführer anerkannt haben, werden in allen Situationen abrufbar sein. Ignoranz und Desinteresse entstehen nur, wenn du die Rolle als Leitwolf nicht einnehmen kannst.

Du wirst sehen, dass dein Hund ganz automatisch das Abrufen auf alle Situationen beherrscht, ohne dass du speziell alle Bereiche einzeln trainieren musst.

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