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Wie verändern sich Hunde im Alter?

Die fortgeschrittenen Jahre können die schönsten für euch beide sein, aber dein Hund wird zweifellos auch anfälliger. Es können Beschwerden wie Taubheit und Arthrose auftreten und der schwierige Moment des Abschieds naht. Auch die Ernährung eines älteren Hundes kann sich unter Umständen etwas anders gestalten als früher.
Inhalt
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    Schlüsselmerkmale für Wohlbefinden – Achte bei deinem Hund auf:

    MerkmalBedeutung
    SchlafSchläft er unruhig, weniger oder mehr als sonst?
    AnsprechbarkeitBegrüßt er dich wie gewohnt oder musst du ihn nun aufwecken?
    FressenFrisst er mehr oder weniger als sonst?
    BewegungGeht und läuft er koordiniert, oder lahmt er und ist beim Ballwerfen oder anderen Spielen weniger begeistert bei der Sache als früher?
    VokalisierungenWinselt oder kläfft er oder macht andere Geräusche, die auf Schmerzen oder Leiden hinweisen, besonders direkt nach dem Aufstehen?
    TrinkenMehr oder weniger als sonst? Übermäßiger Durst ist ein Frühanzeichen für eine Nierenerkrankung oder Diabetes sein.
    SpielenSpielt er noch gern mit anderen Hunden, auch raue Fang- und Kampfspiele?

    Wenn du bei einem dieser Verhalten deutliche Veränderungen siehst, besprich als erstes mit deinem Tierarzt den kurzfristigen Einsatz von Schmerzmitteln oder Entzündungshemmern.

    Der Effekt kann erheblich sein: Ein mürrischer und depressiver Hund kann regelrecht aufleben, wenn er von seinen chronischen Schmerzen befreit wird. Gibt ihm aber auf keinen Fall eigenmächtig für Menschen gedachte Schmerzmittel wie Aspirin, Ibuprofen oder Paracetamol.

    Anzeichen für das Kognitive Dysfunktionssyndrom (‚Hunde-Alzheimer‘)

    Auch beim Hund kann im Alter die Gehirnfunktion nachlassen. Dann entsteht das so genannte Kognitive Dysfunktionssyndrom, dessen wichtigste Anzeichen sind:

    • Desorientierung bedeutet, dass sich der Hund entweder zu Hause oder auf Spaziergängen verläuft. Er geht zur falschen Tür oder zur falschen Seite der Tür, wo diese in der Angel hängt anstatt da, wo die Klinke ist.
    • Interaktionen mit Menschen, anderen Hunden und Spielsachen lassen nach. Der Hund kann sich benehmen wie ein „knurriger alter Mann“ – nicht direkt aggressiv, aber nicht so offen und zuneigungsvoll wie früher.
    • Schlaf-/Wachzyklen können sich verändern, so dass der Hund zum Beispiel tagsüber viel, aber nachts kaum schläft. Das kann dann zu Problemen führen, wenn er nachts auf der Suche nach Gesellschaft durchs Haus streift und du schlafen möchtest.
    • Stubenreinheit und andere lang etablierte Gewohnheiten können sich schrittweise oder auch plötzlich verändern. Seine spezielle Art der Begrüßung für dich oder andere Eigenarten, die ihn von anderen Hunden unterschieden haben, können verloren gehen und damit Teile seiner Persönlichkeit, die du liebst und erwartest.
    • Die Aktivität lässt in der Regel nach. Er hat weniger Interesse an Spaziergängen, kann allerdings auch ruhelos hin- und herlaufen, hecheln und aussehen, als würde er etwas suchen. Unmotiviertes Bellen, Pfotenlecken, Kratzen an der Tür und ähnliches können recht unerfreuliche Verhalten sein.

    Inkontinenz und Stubenreinheit

    Das Alter bringt manchmal Veränderungen in der Stubenreinheit mit sich, so dass ein Hund, der immer verlässlich die ganze Nacht durchhielt, nun vielleicht ins Haus macht. Vielleicht verliert er die Kontrolle über seine Blase wenn er schläft, sich bei Begrüßungen freut oder sonst aufregende Dinge erlebt. Dies sind typische altersbedingte Veränderungen an der neurologischen Kontrolle von Blase und Schließmuskel. Vielleicht verschlechtert sich aus das periphere Nervensystem und die mangelnde Stubenreinheit ist das erste Symptom dafür.

    Deutsche Schäferhunde leiden häufig unter einer Degeneration der Rückennerven (chronische degenerative Radikulonmyelopahtie, CDRM), bei der sie traurigerweise die Kontrolle über Hinterläufe, Blase und Schließmuskel verlieren, während Vorderläufe und Gehirn in der Frühphase der Erkrankung nicht betroffen sind. Ein weiterer Grund für Inkontinenz ist, dass die Kraft des Schließmuskels durch einen allgemeinen Verlust des Muskeltonus nachlässt und nicht etwa wegen einer fehlerhaften Nervenleitung vom Gehirn aus. In solchen Fällen kann der Tierarzt Medikamente geben, die einen anabolischen oder stärkeren Effekt auf die Muskulatur und insbesondere den Schließmuskel haben.

    Wenn du dann noch die tierärztliche Behandlung durch vernünftige Änderungen in Futter- und Wasserversorgung ergänzen und dem Hund viel Bewegung bietest, besteht gute Hoffnung, das in den Griff zu bekommen.

    Praktische Lösungen

    Tritt das Problem vor allem nachts auf, verlegst du die Fütterung auf den Morgen und gibst ein leicht verdauliches Futter mit weniger Rohfaser, das geringere Kotmengen produziert.

    Nimm (außer bei heißem Wetter) eventuell abends den Wassernapf weg, so dass der Hund früher am Tag trinkt und uriniert. Außerdem ist eine gute Wasserqualität sehr wichtig.

    Gewöhn ihn daran, sehr oft und regelmäßig nach draußen zur Toilette zu gehen, zum Beispiel jede Stunde auf Signal des Backofentimers. Der Gang in den Garten wird so zu einer konditionierten Reaktion, die mit einem Leckerli belohnt wird. Alte Hunde können genau wie junge über Konditionierung mit Hilfe von Belohnung trainiert werden, ihr Geschäft auf ein Kommando zu erledigen.

    Zahngesundheit

    Zahnerkrankungen haben bei Hunden fast epidemisches Ausmaß, was man vor allem der Fütterung von zu viel Fertigfutter zuschreiben kann. Eine Kombination aus besserer Ernährung, regelmäßigen tierärztlichen Vorsorgeuntersuchungen und zuhause durchgeführter Zahnhygiene kann Erkrankungen der Maulhöhle vollständig vorbeugen. Ältere Hunde leiden aber öfter unter sich zurückbildendem Zahnfleisch, weil diese chronische Infektionen beherbergt, die dann auch für den Rest des Körpers zu einer Quelle ständig wiederkehrender Infektionen werden.

    Am Atem des Hundes lässt sich das gut erkennen: Ist der Geruch angenehm (wenn auch vielleicht aktuell nach Kuhfladen!) oder faulig, wie er durch gasbildende anaerobe Bakterien entsteht? Wenn letzteres, bedenk nur einmal die Auswirkungen auf die Selbstachtung des Hundes, wenn wir oder vielleicht auch andere Hunde sich angesichts ihres Mundgeruchs angeekelt abwenden.

    Die gleichen krankmachenden Bakterien gefährden im Übrigen auch die Gesundheit des restlichen Körpers, besonders, wenn sie die Mitralklappen des Herzens befallen. Effektive Zahnpflege deines Hundes ist deshalb kein kosmetischer Luxus, sondern eine lebensverlängernde Investition in sein Wohlbefinden.

    Untersuche das Zahnfleisch deines Hundes regelmäßig und achte auf verräterische entzündete und blutige Streifen an den Zahnrändern. Sind Zähne abgebrochen oder infiziert (sie könnten dann blau oder schwarz aussehen)? Chronische Schmerzen von schadhaften Zähnen oder entzündetem Zahnfleisch können bei Hunden jeden Alters vorkommen. Wahrscheinlicher sind sie aber bei einem älteren Tier, dessen Symptome übersehen oder für die üblichen Alterswehwehchen gehalten wurden. Solche Hunde können im Grunde genommen nach einer guten Zahnbehandlung wieder eine komplette Verjüngung erleben. Gutes Futter für Hunde jeden Alters, auch für sensible Mägen und Zähne, findest du übrigens hier.

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