Maulkorb beim Hund

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Wenn du mit deinem Hund häufiger in den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bist, einen Listenhund hast oder verhindern willst, dass dein Vierbeiner einen Giftköder aufnimmt, solltest du dich mit dem Thema Maulkorb auseinandersetzen. Was du beachten solltest, wenn du einen Maulkorb kaufst, wie du deinen Hund an einen Maulkorb gewöhnst und was es noch zum Thema Maulkorb beim Hund zu wissen gibt, erfährst du hier.

Was ist ein Maulkorb?

Maulkörbe für Hunde gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Im Wesentlichen handelt es sich bei einem Maulkorb um ein festes Gewebe oder einen Metallkorb, mit dem die Schnauze des Hundes abgeschirmt wird.

Gesetzlich zugelassen sind ausschließlich Maulkörbe, die den Hund nicht beim Trinken, Hecheln und Atmen behindern. Sollte dies nicht der Fall sein, liegt unter Umständen ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor.

Durch die Verwendung eines Maulkorbs ist der Hund nicht mehr dazu in der Lage, seinen Kiefer weit genug aufzuspannen, um zubeißen zu können.

Maulkörbe dienen folglich in erster Linie als Beißschutz, vor möglichen Angriffen und damit einhergehenden Verletzungen sowie Infektionen.

Die Maulkorbpflicht

In Deutschland gibt es bezüglich der Verwendung von Maulkörben beim Hund keine einheitliche Regelung. Stattdessen obliegt es den jeweiligen Bundesländern, über entsprechende Regularien und Gesetze zu entscheiden. In einigen Fällen gibt es sogar Unterschiede zwischen den einzelnen Gemeinden.

Darüber hinaus haben sowohl die meisten Schifffahrts-Gesellschaften, die Betreiber des öffentlichen Nahverkehrs als auch die Deutsche Bahn eine Maulkorbpflicht für Hunde ausgerufen. Diese gilt insbesondere in Zügen, Straßenbahnen, Schiffen, U-Bahnen und Bussen.

Solltest du vorhaben, deinen Hund mit in die öffentlichen Verkehrsmittel zu nehmen, solltest du dich unbedingt im Vorfeld über eine etwaige Maulkorbpflicht informieren.

Während der Maulkorb in einigen Fällen schon im Bereich der Haltestelle/des Bahnhofs aufgesetzt werden muss, ist es in anderen Fällen ausreichend, einen Maulkorb bei sich zu tragen.

Wird einer bestehenden Maulkorbpflicht nicht nachgegangen, drohen dir schlimmstenfalls empfindliche Geldbußen. Über die Höhe des Bußgeldes entscheidet die jeweils zuständige Gemeinde.

Oftmals gibt es im Rahmen der Maulkorbpflicht differenzierte Einzelbestimmungen, die einige Hunde von der Maulkorbpflicht ausnehmen. Dabei spielen Rasse, Größe, Alter und Gewicht des Hundes eine Rolle.

Maulkorbpflicht bei Listenhunden

In nahezu allen deutschen Bundesländern gibt es Hunderassen, die als sogenannte Listenhunde gelten. Dabei handelt es sich um Hunderassen, die aufgrund von Statistiken und Untersuchungen als besonders gefährlich eingestuft werden. Halter eines Listenhundes müssen sich an bestimmte Regeln halten. Hierzu gehört unter anderem auch die Maulkorbpflicht.

Zu den deutschlandweiten Listenhunden gehören folgende Hunderassen:

  • American Pitbull Terrier
  • Bullterrier
  • American Staffordshire Terrier
  • Rottweiler
  • Tosa Inu
  • Staffordshire Bullterrier

Für Hundehalter, die Ihren Vierbeiner von der Maulkorbpflicht befreien lassen möchten, gibt es die Möglichkeit, ihren Hund einem Wesenstest unterziehen zu lassen. Dabei wird der Hund unter amtstierärztlicher Beobachtung verschiedenen Situationen ausgesetzt und bewertet. Nur Listenhunde, die den Wesenstest bestanden haben, dürfen auch ohne Maulkorb ausgeführt werden.

Den passenden Maulkorb finden

Damit dein Hund durch den Maulkorb nicht eingeschränkt oder gestört wird, ist es wichtig, einen Beißschutz zu kaufen, der deinem Hund gut passt.

Um Fehlkäufe zu vermeiden, empfehlen wir dir, mit deinem Hund in ein Fachgeschäft zu gehen und dich entsprechend beraten zu lassen. So kannst du den Maulkorb gleich anprobieren und unterschiedliche Modelle miteinander vergleichen.

Wichtig ist, dass der Maulkorb sicher sitzt und sich einmal angelegt nicht einfach wieder von der Schnauze ziehen lässt. Außerdem darf der Maulkorb nirgendwo scheuern oder drücken. Der Korb sollte so dimensioniert sein, dass dein Hund hecheln, trinken und gähnen kann.

Achte auf die Verarbeitung und wähle nach Möglichkeit ein qualitativ hochwertiges Modell. Ein guter Maulkorb sollte entweder aus Leder oder einem weichen Kunststoffmaterial bestehen.

Der Korb an sich sollte aus Draht gefertigt sein. Nicht zuletzt ist es ratsam, einen Maulkorb auszuwählen, den du leicht wieder waschen kannst.

Achtung: Bei sogenannten Maulschlaufen handelt es sich um keine geeignete Alternative zu einem Maulkorb. Maulschlaufen liegen zu eng an und behindern den Hund. Entsprechende Produkte sind folglich nur zur kurzfristigen Verwendung geeignet.

Folgende Faktoren spielen beim Kauf eines Maulkorbs eine Rolle:

  • Fester Sitz des Maulkorbs
  • Verarbeitungsqualität
  • Der Hund muss problemlos gähnen, trinken und hecheln können
  • Material
  • Der Maulkorb darf weder drücken, scheuern noch stechen
  • Wähle einen Maulkorb, der sich leicht reinigen lässt

So gewöhnst du deinen Hund an den Maulkorb

Wenn du deinem Hund aus welchem Grund auch immer einen Maulkorb anlegen willst oder musst, solltest du dir ausreichend Zeit nehmen, um ihn daran zu gewöhnen.

Es ist sehr wichtig, dass das Maulkorbtraining positiv aufgebaut wird, damit dein Hund es nicht als Strafe oder etwas Schlimmes empfindet, wenn er den Maulkorb trägt.

Hierzu solltest du zunächst dafür sorgen, dass dein Hund sich mit dem Maulkorb „anfreunden“ kann. Lass den Maulkorb so in der Wohnung liegen, dass dein Hund diesen beschnuppern und näher in Augenschein nehmen kann.

Nach einigen Tagen kannst du damit beginnen, gelegentlich einige Leckerlis in den Maulkorb zu legen. So lernt dein Hund, dass von dem Maulkorb keine Gefahr ausgeht.

Nach ungefähr zwei Wochen kannst du anfangen, deinen Liebling daran zu gewöhnen, den Beißkorb zu tragen.

Beschränke das Training zu Beginn auf deine Wohnung. So fühlt sich dein Hund sicherer und wird weniger Probleme mit dem Tragen des Maulkorbs haben.

Während dieser Phase des Trainings raten wir dir dazu, den Maulkorb nur aufzusetzen, dabei aber nicht zu befestigen. Die Tragezeit sollte am Anfang nur wenige Sekunden betragen und dann nach und nach gesteigert werden.

Lässt dein Liebling sich das Aufsetzen des Maulkorbes gefallen, kannst du ihn dafür natürlich belohnen.

Damit der Trainingsfortschritt nicht gefährdet wird, musst du darauf achten, dass der Maulkorb gut sitzt.

Wenn das Training zu Hause gut verläuft, kannst du damit beginnen, den Maulkorb auch draußen zu verwenden. Auch hier ist es sinnvoll, Routen zu wählen, die dein Hund kennt. So wird dein Liebling nicht mit zu vielen neuen Eindrücken zugleich konfrontiert.

Maulkorb als Schutz vor Giftködern

Viele Hundehalter entscheiden sich freiwillig dazu, ihrem Vierbeiner einen Maulkorb anzulegen, um diesen davon abzuhalten, Lebensmittelreste oder gar Giftköder von der Straße aufzunehmen.

Besonders verfressene Hunde neigen dazu, wie ein Staubsauger alles aufzusaugen, was sie beim Gassi gehen finden. Auch Hunde, die dazu neigen, die Hinterlassenschaften anderer Artgenossen zu fressen, lassen sich mit einem Maulkorb von ihrer Eigenart abhalten.

Nicht zuletzt ist der Maulkorb beim Hund ein probates Mittel, um Fremde davon abzuhalten, den Hund ohne Erlaubnis zu füttern. So lassen sich beispielsweise Hunde schützen, die beim Einkaufen kurz vor dem Laden warten müssen.

Besonders bei Hunden mit einer Futtermittelallergie kann man mit einem Maulkorb auf Nummer sicher gehen.

Maulkorb beim Tierarzt

Tierarztbesuche stellen für die meisten Hunde eine enorme Stresssituation dar. Kein Wunder also, dass einige Vierbeiner beim Tierarzt ungewöhnliche Verhaltensweisen an den Tag legen. Wenn dein Hund dazu neigen sollte, beim Tierarzt zu schnappen, kannst du mit einem Maulkorb dafür sorgen, dass die Behandlung schnell und vor allem ohne Zwischenfall vonstattengehen kann.