Blasenentzündung (Zystitis) bei der Katze

Christina

Letztes Update:

Eine Blasenentzündung kann überaus schmerzhaft sein. Wenn deine Fellnase die entsprechenden Symptome zeigt, geh schnellstmöglich zum Tierarzt. Übrigens können sowohl Katzen als auch Kater eine Zystitis bekommen.

Welche Symptome sprechen für eine Blasenentzündung bei deiner Katze?

Deine Katze setzt häufig Urin ab, oder sie versucht es zumindest. Möglicherweise läuft sie von einer Katzentoilette zur anderen. Oder sie bleibt sehr lange in der Streu sitzen.

  • Vielleicht hat deine Fellnase Schmerzen beim Wasserlassen. Dann maunzt sie eventuell laut oder knurrt.
  • Einige Katzen verlieren blutigen Urin in der Wohnung. Fallen dir rötliche Tröpfchen auf dem Fußboden auf?
  • Der Geruch des Urins ist anders als sonst: Er riecht stechend oder beißend. Auch das ist ein Alarmzeichen.
  • Möglicherweise erleichtert sich deine Katze auch in deine Schuhe oder macht vor deinen Augen (!) in die Küche oder auf den Boden eines anderen Zimmers. Falls das passiert, nimm sofort eine Urinprobe! Gerade wenn deine Katze normalerweise stubenrein ist, kann das ein Hinweis auf eine Erkrankung sein. (Sie macht das nicht, um dich zu ärgern. Sie zeigt dir dadurch, dass etwas nicht stimmt und dass sie Hilfe braucht!)

Mit einer Blasenentzündung ist nicht zu spaßen. Genau wie bei Menschen kann sie bei Katzen unbehandelt zu einer Nierenbeckenentzündung führen. Das passiert, wenn Erreger in die Harnwege aufsteigen. Dann kommt es zu Symptomen wie Fieber, Müdigkeit, Nahrungsverweigerung und Abmagerung.

Lass es bitte nicht soweit kommen!

Je eher du deinen Schatz einem Tierarzt vorstellst, desto besser. Im Idealfall bringst du gleich eine Urinprobe deiner Katze zum Untersuchen mit.

Wie komme ich an eine Urinprobe?

Vielleicht macht deine Fellnase auf den glatten Fliesenboden. Von dort kannst du den Urin unkompliziert mit einer Spritze hochziehen. Verwende dazu am besten eine Spritze mit Kanüle.

Eine andere Möglichkeit ist, Plastikfolie über die Katzenstreu zu legen. So verhinderst du, dass der Urin einsickert und von der Streu aufgenommen wird.

Klappt das nicht, besorg dir spezielle Katzenstreu von KatKor: Die Plastikkügelchen nehmen den Urin nicht auf, geben deiner Katze aber das Gefühl, „normal“ auf die Katzentoilette zu gehen. Mit der beiliegenden Pipette kannst du den Urin leicht entnehmen. Diese Spezialstreu bekommst du bei deinem Tierarzt. Du kannst sie aber auch online bestellen. Damit die Katzentoilette einigermaßen gefüllt ist, brauchst du vier bis fünf Beutelchen.

Tipp: Du kannst die Streu mehrfach verwenden! Wasche die Kügelchen nach Gebrauch einfach aus, trockne sie und fülle sie in eine Plastikschale mit Deckel. Dann kannst du sie bei Bedarf später erneut hervorholen und nutzen.

Ursachen einer Blasenentzündung bei Katzen

Die Ursachen für eine Zystitis bei Katzen sind vielfältig:

  • Harnkristalle im Urin oder Blasensteine reizen die Schleimhaut der Blase. Das kann zu einer Entzündung führen.
  • Falls deine Katze ihre Blase nicht komplett entleeren kann, bleibt Restharn zurück. Keime können sich dort niederlassen und vermehren.
  • Möglicherweise steckt ein Tumor dahinter. Bei älteren Katzen kann ein Zusammenhang zu Nierenerkrankungen (Chronische Niereninsuffizienz) und Diabetes bestehen. Um diese Erkrankungen ausschließen zu können, sind eine Blutuntersuchung und ein Ultraschall nötig.

Untersuchung beim Tierarzt

Dein Tierarzt möchte deine Katze auf jeden Fall sehen.

Er tastet zunächst ihren Bauch ab. Eventuell misst er zusätzlich Fieber. Falls du keinen Urin mitbringst, versucht er wahrscheinlich, Druck auf die Blase auszuüben und die Katze zum Wasserlassen zu bringen. Das funktioniert allerdings nicht immer.

Einfacher und stressfreier ist es für deine Fellnase, wenn du den Urin von zu Hause mitbringst. Durch die Urinuntersuchung kann dein Tierarzt feststellen, ob sich Bakterien, Harnkristalle oder Eiweiße im Urin befinden.

Vielleicht macht dein Tierarzt zusätzlich eine Ultraschall-Untersuchung. Durch dieses bildgebende Verfahren kann er Harnkristalle ausmachen, die Harnwege auf Fehlbildungen kontrollieren und prüfen, ob sich eventuell ein Tumor gebildet hat.

Therapie der Blasenentzündung

Von der Ursache der Zystitis deiner Katze hängt die Behandlung ab.

  • Liegt eine bakterielle Infektion vor? Dann gibt der Tierarzt dir ein Antibiotikum für deine Fellnase mit. Falls dein Stubentiger zusätzlich Fieber oder Schmerzen hat, bekommt sie ein schmerzstillendes und fiebersenkendes Mittel. Mach dir keine Sorgen: Deinem Haustiger wird es schnell wieder besser gehen!
  • Bei Harnkristallen bekommst du entsprechende Medikamente. Eventuell spricht dein Tierarzt zusätzlich eine Futterempfehlung aus. Die wenigsten Tierärzte kennen sich allerdings wirklich mit der Ernährung von Katzen aus. Ist dein Tierarzt darauf nicht spezialisiert? Dann wende dich an einen Tierheilpraktiker oder Ernährungsberater für Katzen.
  • Falls sich eine andere Erkrankung wie eine chronische Niereninsuffizienz, Diabetes oder ein Tumor herausstellt, wird die Behandlung komplizierter.

Mach dich nicht verrückt: In den meisten Fällen gibt es Hilfe für deinen vierbeinigen Liebling!

Wie kann ich einer Blasenentzündung bei Katzen vorbeugen?

Manche Katzen sind anfälliger für Blasenentzündungen als andere. Es gibt einiges, was du zur Vorbeugung gegen Blasenentzündung tun kannst:

  • Warme Plätze: Biete deiner Katze warme, gemütliche Schlaf- und Liegeplätze an. Besonders im Herbst und im Winter sollte dein vierbeiniger Liebling nicht auf kalten Fensterbänken oder nackten Böden liegen.
  • Trinken ist wichtig: Ist der Urin stark konzentriert, besteht das Risiko von Harnkristallen. Katzen nehmen von Natur aus wenig Flüssigkeit zu sich. Trotzdem kannst du versuchen, deinen Haustiger auszutricksen: Stelle Trinkbrunnen auf. Fließendes Wasser zieht Katzen an und verführt sie dazu, mehr Wasser aufzunehmen. Oder verteile zahlreiche unterschiedliche Gefäße mit frischem Wasser in der Wohnung. Biete deiner Fellnase ruhig regelmäßig selbst gekochte Hühnerbrühe oder Drinks wie Miamor Trinkfein an.
  • Verzichte auf die Gabe von Trockenfutter: Katzen versorgen sich in erster Linie über die Nahrung mit Flüssigkeit. Du kannst beim Füttern von Feuchtfutter immer einen Schluck Wasser zusätzlich in die Nahrung geben. Gut umrühren!
  • Bewegung verhindert Übergewicht: Deine Katze braucht Bewegung und regelmäßige Spieleinheiten. Außerdem stärken Jagd- und Lauerspiele die Bindung zwischen dir und deiner Fellnase.
  • Vermeide Stress: Katzen lieben es ruhig, gemütlich und beschaulich. Es darf auch spannende Spieleinheiten und aufregendes Spielzeug wie Kartons geben. Aber lautes Gebrüll, Hektik und Lärm tun deiner Fellnase nicht gut. Andere Haustiere oder Artgenossen, mit denen es ständig Reibereien gibt, belasten deinen kleinen Tiger ebenfalls. Das Zuhause sollte für deine Tiere harmonisch und liebevoll sein.
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen: Geh mit deiner Katze mindestens einmal im Jahr zum Tierarzt und lass sie untersuchen. Ein Blutbild zeigt dir, wie es um die Gesundheit deiner flauschigen Mitbewohnerin steht. Auch ein Ultraschall des Bauchraums kann im höheren Alter sinnvoll sein, um Tumore auszuschließen und versteckte Erkrankungen frühzeitig zu entdecken.
Über Christina

Haustiere begleiten unsere Chefredakteurin, Christina, seit Kindertagen. Mit über 25 Jahren Erfahrung in der Haltung von Hunden und diversen Kleintieren wie Meerschweinchen, Kaninchen und Vögeln, hat sie ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse unserer tierischen Lieblinge entwickelt und teilt dieses Wissen nun auf Petlindo.